Was ist Lärm und wie wird er gemessen?

Die Säge in der Produktion? Der Verkehrslärm? Oder doch bereits das Telefonat des Kollegen, der im gleichen Büro sitzt? Was ist eigentlich Lärm und wie wird er gemessen? Mit diesen auf den ersten Blick recht einfachen Fragen möchten wir eine Reihe starten, in der wir uns stärker mit den Auswirkungen von Lärm im Arbeitsumfeld befassen – also welche negativen gesundheitlichen Folgen entstehen können. Daraus ergeben sich nämlich für Arbeitgeber bestimmte Pflichten. Bevor wir darauf jedoch eingehen können, bedarf es einiger Grundlagen.

Was versteht man unter Lärm?

Die eingangs aufgelisteten Beispiele zeigen schon, dass es subjektiv äußerst unterschiedlich ist, was wir als Lärm empfinden. Gängige Definitionen weisen einige Gemeinsamkeiten auf:

• Geräusch- bzw. Schallquelle
• Wird als störend oder belastend empfunden
• Kann zu körperlichen und psychischen Beschwerden sowie Erkrankungen führen

Das bedeutet, dass Lärm erst einmal alles sein kann. Es kommt darauf an, wie eine Einzelperson eine bestimmte Geräuschquelle bewertet. Unangenehme Geräusche, beispielsweise hohe Töne, empfinden wir schneller als störend und damit lärmend als andere Geräusche. Bewerten wir eine Schallquelle jedoch als angenehm, entwickeln wir ihr gegenüber eine größere Toleranz. Musik, die wir je nach Geschmack sehr unterschiedlich empfinden, ist für dieses Phänomen ein gutes Beispiel. Während der eine Hörer gerne noch lauter aufdrehen würde, leidet der andere schon bei gemäßigter Lautstärke unter bestimmten Musikgenres.

Was ist an Lärm gefährlich?

Das führt zu einer zentralen Gefahr: Wir nehmen die gesundheitliche Bedrohung durch Lärm oft nicht ausreichend wahr – sei es aus Gewohnheit, mangelnder Sensibilität für die möglichen Folgen oder weil eine Schallquelle subjektiv als nicht zu laut empfunden wird. Dabei können schon geringe Geräuschquellen zu einer psychischen Belastung führen, die sich in Stress, Schlafstörungen und einer Beeinträchtigung des Herzkreislauf-Systems äußern kann. Zwar ist Lärmempfinden subjektiv, doch der eigentliche Lärm lässt sich zum Glück objektiv messen. So können potenziell gefährliche Lärmquellen identifiziert werden.

Wie wird Lärm gemessen?

Da es sich bei Lärm um Schallwellen handelt, die als störend und belastend empfunden werden, können wir Lärm physikalisch messen. Hierfür eignen sich spezielle Geräte, sogenannte Schallpegelmesser. Sie messen die Schwingungen in der Luft, die eine Lärmquelle verursacht, und geben einen Dezibel-Wert an. Dezibel (dB) ist die Skala, mit der die Lautstärke eines Geräusches bestimmt wird. Dabei weist die Skala einen wichtigen Unterschied zu anderen Skalen wie etwa dem metrischen System auf. Die Lautstärke verdoppelt sich alle zehn dB. Somit sind beispielweise 40 dB doppelt so laut wie 30 dB.

Was ist Lärmschutz?

Es hat sich gezeigt, dass Lärm von uns nicht nur als störend empfunden wird, sondern auch körperliche und psychische Schäden verursacht. Da Lärm jedoch von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird, ist für das Arbeitsumfeld dringend eine objektive Messung nötig. Nur so kann die Intensität von Geräuschquellen bestimmt werden, um ab einer entsprechenden dB-Zahl geeignete Maßnahmen für den Gesundheitsschutz abzuleiten. Diese Maßnahmen sind als Lärmschutz definiert.

In der nächsten Folge werden wir Ihnen die Grenzen für leichten, mittleren und schweren Hörverlust vorstellen und Beispiele für entsprechende Geräuschquellen geben. Dadurch werden wir Ihnen zeigen, warum Lärmschutz eine so wichtige Rolle für die Gesundheit spielt.

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